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Wie viel Verschieben ist in Ordnung?

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In den Selbstmanagement-Blogs gibt es einen Glaubenskrieg, ob Verschieben erlaubt ist oder nicht. Ich finde, dass dieses Thema nicht so schwarz/weiß gesehen werden sollte. Es kommt erstens auf die persönlichen Lebensumstände an, wie viel Aufgaben verschoben werden können, und zweitens ist es immer abhängig von der Art der Aufgabe und vor allem vom Grund des Verschiebens. Nicht jeder Aufschub ist gleich ein Anzeichen für Prokrastination.

Wenn zum Beispiel am Ende des Tages die Aufgaben, die eine niedrige Priorität haben, aus Zeitgründen nicht erledigt wurden, so ist das absolut in Ordnung, solange sie nicht auch die nächsten Tage hinten rüber fallen. Im Gegenteil, wurden Aufgaben mit höherer Priorität spontan eingebaut, so spricht das für eine flexible Tagesplanung.

Führt das Verschieben allerdings dazu, dass Aufgaben nicht oder nicht rechtzeitig erledigt werden, so ist das Thema kritisch zu betrachten und nach der Ursache zu suchen. Oft ist ein Coaching angeraten. In schweren Fällen kann sogar eine Therapie erforderlich sein.

Typische Gründe für das Verschieben sind:

  • Es ist kein Gefühl für die Dauer eines Themas vorhanden.
  • Erst mit einem gewissen Stress ist der Druck groß genug, dass ein Thema angegangen wird. Das Thema ist bei Klausurvorbereitungen sehr verbreitet und geht oft sogar gut.
  • Ein Thema ist so komplex, dass ein Überblick nicht auf den ersten Blick möglich ist. Daraus ergibt sich so viel Stress, dass der erste Schritt nicht gemacht wird.
  • Durch fehlendes Selbstmanagement geht der Überblick über die anstehenden Aufgaben verloren, was zu einer Blockade führen kann.
  • Mangelnde Ausdauer führt dazu, dass Themen zum Ende hin nicht erledigt werden.
  • Die Aufgabe an sich ist angstbehaftet. Ein Beispiel, das ich schon öfter erlebt habe, ist das Menschen Angst haben zu telefonieren und notwendige Anrufe einfach nicht erledigen.

Ist Angst die Ursache für das Verschieben, so wird dadurch eine tiefe Unzufriedenheit ausgelöst. Es finden sich sogar Zusammenhänge zwischen Prokrastination und Depression.

Ich persönlich versuche die Themen, die mir Stress bereiten, als erstens zu erledigen oder zumindest soweit anzufangen, dass ich einen Überblick bekomme. Mit dem Überblick verschwindet erfahrungsgemäß auch die Unsicherheit.

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